Die spanischen Fachbegriffe bleiben in der Salsa auch im deutschsprachigen Unterricht unübersetzt — deshalb stehen sie hier im Original, mit deutscher Erklärung.
Claveklá-we«Schlüssel». Zwei Hartholzstäbe — und das fünfschlägige Rhythmusmuster über zwei Takte, an dem sich in der Salsa alles ausrichtet.
Son claveDie gefälligere der beiden Grundformen: Der dritte Schlag der Dreier-Seite liegt auf der Vier. Der Normalfall in der Salsa.
Rumba claveDie kantigere Variante: Derselbe Schlag rutscht eine Achtel nach hinten, auf das «Und» der Vier. Kommt aus der afrokubanischen Rumba.
3-2 / 2-3Die Ausrichtung der Clave: welcher der beiden Takte zuerst erklingt — der mit drei Schlägen oder der mit zweien. Bestimmt wird das von der Melodie.
Cruzado«Gekreuzt». Ein Arrangement, in dem eine Stimme gegen die Clave läuft — der schwerste Vorwurf, den man einem Arrangeur machen kann.
TumbaoDoppelt belegt: das Grundmuster der Conga und die vorgezogene Basslinie, die das «Und» der Zwei und die Vier trifft und die Eins auslässt.
MarchaAnderes Wort für das Grundmuster der Conga — «der Marsch», das, was durchläuft.
MontunoZweifach: der Wechselgesangsteil eines Stücks — und die zweitaktige, synkopierte Klavierfigur, die ihn trägt.
Guajeogua-ché-oFachbegriff für die sich wiederholende, an der Clave ausgerichtete Ostinato-Figur — am Tres, am Klavier oder in den Bläsern.
Martillo«Hämmerchen». Das durchlaufende Achtelmuster des Bongospielers in den Strophen.
CampanaDie grosse Handglocke des Bongospielers. Ihr Einsatz markiert den Übergang in den Chorteil.
Cáscara«Schale». Das Muster, das der Timbalero auf dem Kesselrand spielt, wenn es leise bleiben soll.
Abanico«Fächer». Ein Wirbel auf den Timbales, der einen Abschnittswechsel ankündigt — die Vorwarnung für Band und Tanzfläche.
Güirogüí-roGekerbter Kürbis, über den ein Stäbchen gezogen wird.
TumbadoraKubanischer Name der Conga.
TresKubanische Gitarre mit drei doppelt bezogenen Saitenpaaren; das melodisch-rhythmische Zentrum des traditionellen Son.
Contratiempo«Gegen den Takt». Sammelbegriff für Timings, die nicht auf dem Hauptschlag liegen — im Tanz vor allem für On2 gebräuchlich.
Canto / LargoDer erste, durchkomponierte Gesangsteil eines Stücks, bevor der Wechselgesang beginnt.
CoroDer feste Chor — meist ein bis zwei Zeilen, die im Montuno unverändert wiederkehren.
PregónDer Ruf des Vorsängers, auf den der Coro antwortet. Ursprünglich der Ruf eines Strassenhändlers.
SoneroDer Vorsänger, der im Montuno improvisiert. Ein guter Sonero antwortet auf das, was gerade im Raum passiert.
SoneoDie einzelne improvisierte Zeile des Soneros.
Moñamó-njaArrangierte Bläser-Riffs, die sich im Chorteil übereinanderschichten.
Mambo (Teil)Nicht nur ein Genre, sondern auch der Name des arrangierten Instrumentalteils innerhalb eines Salsa-Stücks.
Descarga«Entladung». Eine Jam-Session — freie Soli über einem laufenden Muster, das Herzstück vieler Live-Aufnahmen.
ConjuntoDie von Arsenio Rodríguez geschaffene Besetzung: Klavier, Bass, Conga, Bongó, mehrere Trompeten, Gesang.
CharangaDie ältere Besetzung mit Querflöte, Geigen, Güiro und Timbales — die Formation des Danzón und des Cha-cha-chá.
Coro-pregónDas Wechselgesangsprinzip: Ruf des Vorsängers, Antwort des Chors. Afrikanischen Ursprungs.
On1 / On2 / On3Auf welche Zählzeit der Bruchschritt fällt. Keine Schwierigkeitsstufen, sondern verschiedene Bezugspunkte im Takt.
Bruchschritt / breakDer Schritt, bei dem die Bewegungsrichtung umkehrt. Sein Platz im Achter definiert das Timing eines Stils.
SlotDie gedachte Schiene, auf der sich das Paar in den linearen Stilen bewegt.
ShinesPassagen, in denen sich das Paar löst und beide für sich tanzen. Im New Yorker Stil besonders ausgeprägt.
Cross-body leadDie Grundfigur der linearen Stile: Die führende Person öffnet den Weg und lässt die folgende an sich vorbei auf die andere Seite des Slots wechseln.
BodymovementDie Bewegung von Rumpf, Schultern und Hüften unabhängig von den Füssen — aus der afrokubanischen Tradition, im Casino zentral.
Despelote«Durcheinander». Freies, gelöstes Tanzen ohne feste Figuren; in Kuba eng mit der Timba verbunden.
Social DancingFreies Tanzen mit wechselnden Partnerinnen und Partnern — im Unterschied zu Choreografie und Wettbewerb.
Rueda de CasinoKreis mehrerer Paare, die auf Zuruf gleichzeitig dieselben Figuren tanzen. Kuba, 1950er-Jahre.
CantanteDie Person, die in der Rueda die Figuren ansagt.
GuapeaDer Grundschritt der Rueda, aus dem heraus alle Figuren beginnen.
Dile que no«Sag ihr nein». Die Rückkehrfigur, mit der praktisch jede andere Figur abgeschlossen wird — der Reset der Rueda.
Dile que sí«Sag ihr ja». Die Gegenfigur, seltener gebraucht.
Enchufla«Einstöpseln». Die wohl häufigste Figur überhaupt: Die folgende Person wird unter dem Arm hindurch auf die andere Seite geführt.
Dame«Gib mir». Das Kommando zum Partnerwechsel — der Grund, warum die Rueda ein Kreis ist.
Setenta«Siebzig». Eine der bekanntesten Figuren, benannt nach der Form, die die verschränkten Arme dabei bilden.
Sombrero«Hut». Figur, bei der die Arme über den Kopf der Partnerin oder des Partners geführt werden.
Vacílala«Lass sie glänzen». Die folgende Person dreht sich frei und zeigt ihr eigenes Spiel.
Exhíbela«Zeig sie her». Ähnlich wie Vacílala — die folgende Person wird präsentiert.
Adiós«Auf Wiedersehen». Kommando für einen Wechsel, oft mit gegenläufiger Bewegung im Kreis.
Coca-ColaEine der vielen Figuren mit Alltagsnamen — die Rueda-Sprache ist voll davon und regional unterschiedlich.
Balsero«Flossfahrer». Benannt nach den Menschen, die Kuba auf selbstgebauten Flossen verliessen — ein Beispiel dafür, wie Zeitgeschichte in die Figurennamen eingeht.
Son cubanoDas wichtigste Ursprungsgenre der Salsa, entstanden ab etwa 1880 in Ostkuba.
Son montunoDie von Arsenio Rodríguez entwickelte Variante mit ausgedehntem Wechselgesangsteil.
DanzónDer elegante kubanische Gesellschaftstanz des 19. Jahrhunderts, aus dem der Mambo hervorging.
Guaguancógua-guan-kóDie bekannteste der drei Rumba-Formen; ein Werbespiel zwischen Mann und Frau in Tanzform.
GuarachaSchnelles, oft witziges oder satirisches kubanisches Liedgenre; ein wichtiger Bestandteil des Salsa-Repertoires.
BombaAfro-puerto-ricanische Tradition: ein Dialog zwischen Trommler und tanzender Person, bei dem die Trommel den Bewegungen folgt — nicht umgekehrt.
PlenaErzählendes puerto-ricanisches Genre aus Ponce, die «gesungene Zeitung» — sie berichtete, was im Ort geschehen war.
Salsa dura«Harte Salsa». Der kantige, bläserlastige Klang der Fania-Jahre.
Salsa románticaAb 1982: Pop-Balladen in Salsa-Arrangements, sängerzentriert und kommerziell überaus erfolgreich.
Salsa consciente«Bewusste Salsa». Politisch und gesellschaftskritisch getextete Salsa, begründet von Rubén Blades.
SongoVon Juan Formell und «Changuito» bei Los Van Van entwickelter kubanischer Rhythmus, der Elemente aus Funk und Rock aufnimmt.
TimbaDie kubanische Weiterentwicklung ab Ende der 1980er-Jahre: dichter, härter, funknäher als Salsa. Begriff geprägt von José Luis Cortés.
BoogalooNew York, 1960er-Jahre: die kurzlebige Verschmelzung afrokubanischer Rhythmik mit afroamerikanischem Rhythm and Blues.
PachangaKubanisches Genre, in New York um 1960 sehr populär; im Tanz durch eine federnde Auf-und-ab-Bewegung erkennbar.
Salsa chokeKolumbianisch, ab etwa 2010: Salsa mit Reggaetón-Elementen, oft solo oder in Gruppen getanzt. Eng mit Cali verbunden.
¡Azúcar!a-sú-kar«Zucker!» Celia Cruz' Ausruf und das bekannteste einzelne Wort der Salsa. Sie verband damit auch die Erinnerung an die Zuckerrohrfelder und die Sklaverei in Kuba.
Sabor«Geschmack». Das, was eine technisch korrekte Darbietung von einer guten unterscheidet — und was sich nicht unterrichten lässt.
SaocoVerwandt mit Sabor: die richtige Würze, der Biss. Ein Kompliment für Musiker wie für Tanzende.